Masterclass Dozenten 2012

Masters

David Hazeltine

Peter Washington

Louis Hayes

Adrian Mears

David Hazeltine, piano

David Hazeltine begann seine professionelle Karriere mit 13 Jahren und trat zunächst im Raum Chicago und Milwaukee auf. Seinen ursprünglichen Berufswunsch Elektroingenieur gab er kurz vor Studienbeginn zugunsten einer Musikerkarriere auf. Als Hauspianist der Jazz Gallery in Milwaukee hatte er Gelegenheit gastierende Jazzmusiker wie Sonny Stitt, Pepper Adams, Charles McPherson, Al Cohn, Lou Donaldson, Eddie Harris und Chet Baker. Letzterer überzeugte ihn, erstmals nach 1981 nach New York zu kommen. Nach einer vorübergehenden Rückkehr in seine Heimatstadt zog er 1992 endgültig nach Big Apple, wo er im Star Cafe 23 Auftritte mit Musikern wie Curtis Fuller oder Junior Cook hatte. Er arbeitete in den nächsten Jahren auch mit Jon Hendricks, im Trio mit Louis Hayes und Peter Washington sowie in Eric Alexanders Sextett One for All, ferner mit Steve Davis, Jim Rotondi und Joe Locke;[1] Mit Rotondi leitet er außerdem die Funkband Full House.
Um 1990 entstand im Trio mit Billy Peterson und Kenny Horst sein Debütalbum After Hours (Go Jazz); gefolgt von Produktionen unter eigenem Namen in Trio-, Quartett- und Quintettbesetzung für die Label Sharp Nine und Criss Cross Jazz. Ferner wirkte er bei Produktionen von Tony Coe, Mike DiRubbo, Jon Faddis, Joe Farnsworth, Louis Hayes (Louis at Large, 1996), Brian Lynch, James Moody (Homage, 2003), Eric Reed, Jerome Richardson, Jim Snidero und John Swana mit. Hazeltine arbeitete auch mit Begeisterung als Musikpädagoge; so wirkte er am Aufbau eines Jazzprogramms am Wisconsin Conservatory of Music mit, lehrte zeitweise am Berklee College of Music und gibt Privatunterricht.
Das Komponieren bezeichnet er als zeitlich ausgedehntes Improvisieren und er kann sich der Musik langsamer nähern, außerdem stehen Kompositionen für ihn in einem Entwicklungsprozeß, der wiederholt verbessert werden muss; er ist dabei von Buddy Montgomery beeinflusst.

Peter Washington, bass

Washington ist als Jazz-Bassist überwiegend Autodidakt, spielte aber schon im High School Orchester und 1978 mit der Westchester Community Symphony und Gitarre und E-Bass in Rockbands. 1983 bis 1986 studierte er englische Literatur in Berkeley, wo er mit dem Universitätsorchester spielte (sowie der San Francisco Youth Symphony), sich aber auch für Jazz zu interessieren begann und nebenbei Unterricht bei Herbie Lewis nahm. Schon während des Studiums trat er im Großraum San Francisco u.a. mit Bobby Hutcherson, Harold Land, Ernestine Anderson, John Handy, Frank Morgan und Chris Connor auf. Nach dem Studium zog er nach New York City, wo er April 1986 bis September 1988 Mitglied von Art Blakeys „Jazz Messengers“ war. Außerdem spielte er u.a. mit Wynton Marsalis, Benny Golson, Dizzy Gillespie, Tommy Flanagan (mit dem er über viele Jahre im Trio spielte), Freddie Hubbard, Donald Byrd, Johnny Griffin, Kenny Burrell, Milt Jackson, dem Gil Evans Orchestra, Toshiko Akiyoshi, Lew Tabackin und Mingus Dynasty. In den 1990er Jahren tourte er mit dem Tommy Flanagan Trio, der Carnegie Hall Bigband und den Newport All Stars. Er ist als sehr gefragter Studiomusiker auf zahlreichen Aufnahmen als Sideman zu hören und unterrichtet an der Mannes School of Music in New York.

Louis Hayes, drums

Hayes begann seine professionelle Laufbahn als Schlagzeuger 1955-1956|56 bei Yusef Lateef. Danach war er bis 1959 Mitglied des Horace Silver Quintetts, bis 1965 des Cannonball Adderley Quintetts und bis 1967 des Oscar Peterson Trios. Daneben spielte er auf den Labels Blue Note, Prestige, Riverside und anderen als Sideman von Musikern wie John Coltrane, Sonny Rollins, J. J. Johnson, Jackie McLean, Wes Montgomery, Cedar Walton, Dexter Gordon, Woody Shaw, George Benson, Freddie Hubbard, Joe Henderson und McCoy Tyner.
Seit den 1970er Jahren leitete er eine Anzahl eigener Gruppen, darunter ein Quintett mit Junior Cook und Woody Shaw. Daneben gehörten zu seinen Formationen Musiker wie der Saxophonist Abraham Burton, der Trompeter Riley Mullins, der Pianist David Hazeltine und der Kontrabassist Santi Debriano.

Adrian Mears, trombone/ musical director

Wenn Adrian Mears, geboren am1. Mai 1969 in Waratah bei Newcastle/ Australien, zur Posaune greift, schlägt es regelmässig reihum prachtvoll Funken. Dass diese sofort und gründlich auf sein Publikum übergreifen, ist angesichts seiner offenen, charismatischen und frohgelaunten musikalischen Kommunikationsfähigkeit und zutiefst variablen Bandbreite nicht weiter erstaunlich.

Pech für die australische Jazzszene: nachdem sie Adrian zum besten ihrer Posaunisten erkoren hatte (den "Besten Australischen Komponisten" und die "Beste Jazz Band" für seine Formation "Free Spirits" hatte er schon früher eingeheimst), zog es ihn Richtung Europa.
Nach einer Zwischenstation in München liess er sich in Lörrach nieder und hat sich seither schnell zu einer der stärksten und hervorragendsten Stimmen im europäischen und deutschen Jazz entwickelt. Meilensteine in seiner Karriere sind Arbeiten mit dem Bob Brookmeyer New Art Orchestra, Kenny Wheeler, Bobby Shew, Eddie Palmieri, The McCoy Tyner Big Band, Charlie Mariano, Peter O`Mara, Paquito DiRivera, Peter Herbolzheimer Big Band, Conexion Latina, Don Pullen, James Morrison, Trombonefire, Joey Calderazzo, Antonio Farao, der NDR Big Band mit Tim Hagans, Johannes Enders, aber auch seine langjährige Mitwirkung unter anderem bei "Ugetsu" und dem "Vienna Art Orchestra".

Adrian Mears ist der musikalische Leiter des generations Masterclass Workshops, komponiert und arrangiert für die "generations Unit" und wirkt als Professor an der Musikhochschule in Basel.