26.9. - 3.10.2020
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Ein Text von Steff Rohrbach zum generations - international jazzfestival frauenfeld

"Ein kriminell gutes Jazzfestival in der wunderschönen sanfthügelig-frühherbstlichen Schweizer Alpenvorlandschaft", Frauenfeld verwandle sich "für eine Woche in eine Art pulsierendes East-Village", schrieb ein deutscher Journalist. Tatsächlich, beim internationalen Jazzfestival 'generations' wird der Thurgauer Hauptort zum wahren Hotspot und Schweizer Jazzmekka. Dabei ist der Name Programm:

Während einer Woche arbeiten international renommierte Cracks in Masterclasses tagsüber mit ausgewählten jungen, talentierten Jazzmusikerinnen und -musikern, abends finden in mehreren zu Clubs umfunktionierten Lokalen, im Casino und im Eisenwerk über 50 hochstehende Konzerte und Jam-Sessions generationenübergreifender Bands statt. Das Festival wird jeweils von rund 4'000 Besucherinnen und Besuchern besucht und ist damit ein enormer Publikumserfolg.

1998 organisierte eine gute Handvoll enthusiastischer Persönlichkeiten um den Thurgauer Saxophonisten Roman Schwaller als künstlerischem Leiter das erste 'generations'. Ein Organisationsteam mit dem kulturaffinen Anwalt Robert Fürer als Präsident, Werner Schiess, Beni Pfister, Fritz Surber und der Kulturstiftung des Kantons Thurgau mit Marco Läuchli und Brigitte Conrad stand für den reibungslosen Ablauf. Das internationale Jazztreffen, wie das Festival lange hiess, geht seither im zweijährlichen Rhythmus über die verschiedenen Frauenfelder Bühnen, zehn rundum gelungene Ausgaben fanden statt. Mehrere Dutzend internationale Jazzgrössen wie Joe Lovano, Peter Bernstein, Cedar Walten, Benny Golson, George Gruntz, Kenny Werner, Louis Hayes, Lewis Nash, Adrian Mears oder Mark Turner arbeiteten mit den jungen Talenten und waren abends in teils prall gefüllten Clubs mit unterschiedlichsten Bands zu hören. Zudem bereichern regelmässig attraktivste Bands aus dem In- und Ausland das 'generations'.

Stillstand hiesse Rückschritt – deshalb hat sich 'generations' organisatorisch stetig weiterentwickelt und bis auf Robert Fürer und Brigitte Conrad erneuerte sich gestaffelt auch das ehrenamtlich arbeitende Organisationskomitee. Die markanteste Veränderung erfuhr das Festival jedoch im Hinblick auf die neue Ausgabe bei der künstlerischen Leitung:

Das Programm des 11. 'generations' gestaltet Dominik Deuber, bisheriger Assistent Roman Schwallers. Er ist in Frauenfeld aufgewachsen, hat in Bern Jazz studiert und ist seit 2011 Managing Director der von Pierre Boulez gegründeten LUCERNE FESTIVAL ACADEMY. Mit Dominik Deubers Programm öffnet sich 'generations' stilistisch und wird auf hohem Niveau vermehrt auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Die Masterclasses wurden um das immer wichtiger werdende Element "Komposition" erweitert: Fünf ausgewählte junge Jazzkomponistinnen und zwei -komponisten arbeiten mit keiner Geringeren als dem "Mass der Dinge, wenn es um grossorchestralen Jazz geht" (SRF), der New Yorkerin Maria Schneider, die 1992 ihr eigenes Orchester gründete und für ihre Kompositionen, Arrangements und Orchesterarbeit mehrfach mit einem Grammy ausgezeichnet wurde.

Steff Rohrbach